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Polen 2015

Rückaustausch mit Polen

polen1Wie jedes Jahr fand im Frühjahr der Rückaustausch mit polnischen Schülern statt.
Im Herbst 2015 waren Schüler des 10. Jahrgangs nach Polen gefahren, jetzt kamen die polnischen Austauschpartner nach Potsdam.
Nach einem gemeinsamen deutsch-polnisch-holländischen Gottesdienst (die niederländische Gruppe war zeitgleich da) starteten wir etwas verwirrt in die Woche. Keiner wusste so richtig, wo er hin sollte und was als nächstes geplant war und so entstand ein lustiges Durcheinander im Schultreppenhaus.
Als die deutschen Schüler dann erfuhren, dass erst einmal normaler Unterricht stattfinden würde, gingen alle etwas geknickt in ihre Klassenräume. Doch auch nur für drei unkonzentrierte Schulstunden, in denen sich über die Austauschschüler ausgetauscht wurde, danach waren Mittagessen und Stadtrallye geplant. Da weder deutsche noch polnische Schüler sonderlich Lust auf das Mensaessen zu haben schienen, machten wir uns auf den Weg in die Potsdamer Innenstadt, wo wir nach langem Hin und Her und einer total unnötigen, einminütigen Straßenbahnfahrt dann auch zufrieden ankamen. Nachdem alle etwas gegessen hatten (Optionen: Döner, Pizza oder Asiatisch), fanden wir uns in den (zum Glück!) schon zuvor festgelegten Rallyegruppen zusammen –jeweils drei deutsche Schüler und ihre Austauschpartner. Aufgabe war es Potsdamer Sehenswürdigkeiten aufzusuchen und zu fotografieren. Die Fotos sollten bis 19.00 Uhr bei Frau Köhler landen –die Analogkamera war leider doch nicht so super praktisch. Am Abend trafen sich die meisten dann noch gemeinsam mit ein paar Leuten von der holländischen Gruppe in der Waschbar, was zu einer Art Ritual für die Woche wurde. Dort fand sich dann auch mal Zeit für etwas längere Gespräche mit den Austauschülern –wir merkten, dass sie besonders politisch sehr gut über Deutschland informiert waren, und es war interessant zu hören, wie die aktuelle Flüchtlingssituation in ihrer Heimat in den Medien behandelt wurde, nämlich sehr anders als bei uns! Ihnen war zum Beispiel in der Schule gesagt worden, dass es nach 20 Uhr gefährlich sei, in Potsdam auf die Straße zu gehen wegen der Flüchtlinge. Das schockierte uns alle etwas, aber auch die polnischen Austauschschüler meinten, dass sie das von Anfang an etwas fragwürdig gefunden hätten. Auf jeden Fall gab es viel Stoff für interessante Gespräche, und wir verstanden uns alle ziemlich gut.
Den nächsten Vormittag verbrachten die polnischen Schüler im Haus der Wannseekonferenz –die deutschen Schüler im wohlbekannten Schulgebäude. Am Nachmittag fand ein gemeinsamer Ausflug zum Reichstag mit anschließender Busfahrt durchs abendliche Berlin statt. Ersteres war interessant, besondere Attraktion war natürlich die Kuppel, letzteres einfach nur wunderschön und entspannend –denn auch wenn die Tage bis jetzt Spaß gemacht hatten, machte sich schon Erschöpfung bemerkbar.
polen2Der Mittwoch fand in Potsdam statt. Park Sanssouci, inklusive Führungen durch die Schlösser Cecilienhof und Sanssouci, standen auf dem Plan. Beide Führungen waren, wie sich später zeigte, nur auf Polnisch, aber da das Wetter wunderschön war, und es auch ohne Worte (zumindest ohne für uns verständliche) viel zu sehen gab, war das nicht weiter schlimm. Mittags hieß es kurz durchatmen und etwas essen, dann ging es weiter zum Fußballturnier und anschließendem Grillen mit allen Austauschgruppen.
Auch am Donnerstag hatten wir glücklicherweise wieder tolles Wetter. Die Fahrten mit dem Reisebus waren immer das Schönste. Es wurde Musik gehört, geredet, gesungen oder auch vorgelesen, und im Nu war das Ziel auch schon erreicht: das Technikmuseum in Berlin. Die Vorfreude war besonders bei den Polen schon groß, da die meisten von ihnen sehr interessiert in Technik waren und natürlich wollten alle die berühmt-berüchtigte Hexenschaukel ausprobieren.
Der Nachmittag wurde dann im schon fast sommerlichen Berlin verbracht. Die Gruppe teilte sich, was die Organisation aber auch nur ein kleines bisschen unkomplizierter machte. Dennoch war es sehr schön, besonders im Kreuzberger Bergmannkiez, wo die Mehrheit landete. Im Freien wurde gemeinsam Mittag gegessen, gelacht und Fotos gemacht. Da der Donnerstagabend dann auch schon der letzte Abend für die Austauschschüler war, trafen sich alle am Ende noch gemeinsam zum Pizzaessen in Potsdam, und anschließend saßen wir noch zusammen und ließen den Abend entspannt ausklingen. Sehr müde, aber auch zufrieden kamen wir nach Hause, um am nächsten Morgen am Potsdamer Hauptbahnhof die Polengruppe zu verabschieden. Insgesamt war es ein schöner und spannender Austausch, bei dem nochmal deutlich wurde, dass man manchmal mit Leuten, die von Außen anders wirken, mehr gemeinsam hat, als man denkt und viele gemeinsame Anhaltspunkte findet.

Marlene Wessel 10 A