Eine kulturelle Weiterbildung für alle Sinne
Mein Interesse an der Stadt Barcelona galt vorrangig der Architektur Gaudis und darin, einen Ansatz zu bekommen, wie diese so vielseitige Stadt mit einer Gruppe Interessierter entdeckt werden könnte. Die Sagrada Familia, der Park Güell, die Casa Mila, Casa Battlo, der Palau de Musica und andere Sehenswürdigkeiten, die ich bis dahin nur aus Büchern oder Filmen kannte, sind, wenn man sie in Natura betritt und betrachtet, um vieles beeindruckender als jede Vorstellung, die ich mir davon gemacht hatte.
Der erste Kurs (18.04.-23.04.22) : Konfliktmanagement, emotionale Intelligenz und Mobbingprävention
Unterrichtet wurden wir in den kleinen Räumen der Teacher Academie, die sich mitten im Zentrum der riesigen Stadt befindet. Umgangssprache war in den Kursen durchweg English. Die TN kamen hier aus Holland, Rumänien, Deutschland.
Wir wurden sehr freundlich begrüßt, und die erste Woche war inhaltlich sehr komprimiert. Viele Inhalte und Bespiele, dazu auch Übungen zu zweit machten den Inhalt anschaulich und lebendig. Sehr viel Fachwissen mit gut nachvollziehbaren Folien und Grafiken, auch kleine Filme zu konkreten Situationen, die dann besprochen wurden. Auch durften wir Teilnehmer*innen Bespiele beschreiben, die dann diskutiert wurden. Wahlweise war die Besichtigung eines besonderen Bauwerkes mit Führung in dem Kurs inbegriffen. Ein Rollenspiel am letzten Tag, in dem es um Lösung von Konflikten ging, die vorgegeben wurden, fand ich einen sehr beeindruckenden Abschluss dieser ersten Woche. Sie war sehr voll von Impulsen und Anregungen, mit Situationen im Klassenzimmer, die schwierig sind, umzugehen.
Kurs 2: Experiential Learning in Barcelona: Sustainable Tourism and Travel Psychology in Practise (25.04.-29.04.22)
Die Teilnehmer*innen in dieser Woche kamen aus Frankreich, Tschechien, Spanien und mir als einzige Deutsche. Die zweite Woche startete jeden Morgen im Raum der Academie, dann gingen oder fuhren wir jeden Tag eine andere Route durch die Stadt. Toni, ein sehr weltoffener, unkonventioneller „ Stadtführer“ gab uns vor Ort ganz lebendige Anregungen, einen Stadtteil oder ein Viertel solch einer beeindruckenden Stadt mit einer Gruppe zu erobern. Zuerst ging es in einen Botanischen Garten, in dem wir die Aufgabe bekamen, einen Ort genau zu betrachten, zu zeichnen und uns dazu Notizen zu machen, diese stellten wir dann der Gruppe vor. Eine zweite, alternative Stadtführung ging in ein Szeneviertel von Barcelona, wo wir um das Museum für moderne Kunst MACBA mit Studierenden und Künstlern sprachen, die von ihrem Leben und Arbeiten in dieser Stadt erzählten. Dann ging es weiter in ein typisches Restaurant e.t.c. Am dritten Tag eroberten wir den Parc Gyell auf einem alternativen Weg durch Gärten und Sandwege mit Beobachtungen der Vegetation und alternativer Lebensformen in dieser großen Stadt. Toni gab uns sehr persönliche Eindrücke über sein alternatives Leben in der Stadt mit Familie. Zwischendurch und an Wochenenden blieb genügend Zeit, zu zweit oder allein Dinge zu besuchen, die einen interessierten. Ein Ausflug in das Kloster Montserrat in den Bergen war für mich auch sehr beeindruckend. Diese Reise und Ausbildung waren für mich eine ganz große Überraschung in der Form und dem Inhalt.
Ich bin so voller neuer Eindrücke und reich beschenkt wieder nach Hause gefahren und so dankbar, dass mir das so ermöglicht wurde. Diese Stadt kann ich nur jedem empfehlen, der sie noch nicht kennt.
Ein Beitrag von Ulrike Rüss