In Memoriam – Musik des Erinnerns
Sonntag, 08. März 2026, 17.00 Uhr (Inselkirche Hermannswerder)
Ein neues Chorprojekt auf Hermannswerder strebt seiner Aufführung zu. Beteiligt sein werden die Junge Kantorei Hermannswerder (Oberstufenchor des Ev. Gymnasiums) und die Camerata Vocale Potsdam (Projektchor des Ev. Gymnasiums). Begleitet werden sie von namhaften Solisten aus der Region Berlin/Brandenburg und vom Neuen Konzertorchester Berlin. Auf dem Programm steht unter anderem das legendenumwobene Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart (traditionelle Fassung, vervollständigt durch Franz Xaver Süßmayr).
Ansprechpartner:
Matthias Salge, Chorleiter, Matthias.Salge@hoffbauer-bildung.de
Musik bewahrt Augenblicke, lässt Vergangenes lebendig werden und schenkt Erinnerungen eine Stimme, wo Worte allein nicht ausreichen. Das Programm „In Memoriam – Musik des Erinnerns“ vereint Werke verschiedener Epochen, die von Abschied und Schmerz, aber auch von Trost und Zuversicht künden.
Die Musikalischen Exequien von Heinrich Schütz zählen zu den bedeutendsten Trauerkompositionen des 17. Jahrhunderts. Der dritte Teil („Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren“) vertont das Nunc dimittis, den Lobgesang des Simeon aus dem Lukasevangelium, der hier zum musikalischen Sinnbild des friedvollen Sterbens wird.
Mit dem Requiem „Seele, vergiss sie nicht“ schuf Peter Cornelius ein Werk von ungewöhnlicher Innigkeit und persönlicher Tiefe, das im Kontext der romantischen Chormusik eine besondere Stellung einnimmt. Cornelius wählte keinen lateinischen Messtext, sondern griff auf ein Gedicht von Friedrich Hebbel zurück. Dadurch entsteht kein monumentales Requiem im traditionellen Sinn, sondern eine intime musikalische Meditation über Erinnerung und stilles Gedenken.
Als der estnische Komponist Arvo Pärt 1976 vom Tod des britischen Komponisten Benjamin Britten erfuhr, traf ihn diese Nachricht tief – obwohl sich die beiden nie persönlich begegnet waren. Der Cantus in Memoriam Benjamin Britten wurde zu seinem musikalischen Nachruf, ist aber mehr als eine Hommage an einen verehrten Kollegen. Er ist eine Meditation über Tod, Zeit und Stille.
Das Requiem ist das letzte Werk von Wolfgang Amadeus Mozart – und eines der geheimnisumwobensten der Musikgeschichte. Im Sommer 1791 erhielt Mozart den anonym überbrachten Auftrag, eine Totenmesse zu komponieren. Der Auftraggeber war in Wirklichkeit Graf Franz von Walsegg, der das Werk zum Gedenken an seine verstorbene Frau aufführen lassen wollte. Mozart jedoch erlebte die Vollendung nicht mehr. Er starb am 5. Dezember 1791, während er noch an der Partitur arbeitete. Auf Wunsch von Mozarts Witwe Constanze wurde das Werk von seinem Schüler Franz Xaver Süßmayr auf Grundlage der Skizzen und Anweisungen des Meisters ergänzt und vervollständigt.
Das Programm „In Memoriam – Musik des Erinnerns“ schafft eine klangliche Brücke zwischen Leben und Tod, zwischen Unvollendetem und Vollendung, es ist Klage und Trost zugleich, Gericht und Gnade, Dunkel und Licht. Existenzielle Fragen werden nicht beantwortet, sondern in ergreifender Musik erfahrbar macht.
Karten sind zum Preis von 18,00 €, erm. 12,00 € im Gymnasium (Sekretariat) Hermannswerder 18 erhältlich oder an der Abendkasse.
