Jubiläum! – 15 Jahre Chorprojekte auf Hermannswerder

Bereits 15 Jahre lang leitet Matthias Salge mittlerweile die Chorprojekte des Gymnasiums auf Hermannswerder. Er bringt immer wieder Jung und Alt, den Oberstufenchor des Evangelischen Gymnasiums „Junge Kantorei Hermannswerder“ und den Projektchor „Camerata Vocale Potsdam“ aus Ehemaligen, Eltern und Freunden der Schule zum gemeinsamen Singen zusammen. In diesem Jahr waren es ca. 160 Sängerinnen und Sänger, die gerade noch auf das Podest der Inselkirche passten. Geprobt wird bereits Monate vorher, am Anfang getrennt, die letzten Proben gemeinsam. Dann aber, wie auf einem Schachbrett, sind die jungen und älteren Sänger streng abwechselnd aufgestellt, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen.

Von 2011 bis 2026 haben beide Chöre große oratorische Werke von Schütz, Rossini, Bach, Mendelssohn Bartholdy, Händel, Haydn oder Tippett gesungen. Dabei gab es kaum Wiederholungen. In diesem Jahr war das Hauptwerk des Konzertes Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem. Das gesamte Programm stand unter die Überschrift „In memoriam – Musik des Erinnerns“.

Zunächst sang ein kleiner Kammerchor den 3. Teil aus den Musikalischen Exequien von Heinrich Schütz, dann der Projektchor das Requiem „Seele, vergiss sie nicht“ von Peter Cornelius. Anschließend erklang Arvo Pärts Cantus in Memoriam Benjamin Britten, gefolgt von Mozarts Requiem. Unterstützt wurden die Chöre dabei nicht nur vom Neuen Konzertorchester Berlin, sondern auch von namhaften Solisten aus dem RIAS Kammerchor Berlin.

Das Programm „In Memoriam – Musik des Erinnerns“ vereinte Werke verschiedener Epochen, die von Abschied und Schmerz, aber auch von Trost und Zuversicht künden. Es sollte eine klangliche Brücke zwischen Leben und Tod, zwischen Unvollendetem und Vollendung schlagen: Klage und Trost zugleich, Gericht und Gnade, Dunkel und Licht. Existenzielle Fragen wurden nicht beantwortet, sondern in ergreifender Musik erfahrbar macht.

Und das Jubiläum? Es wurde nicht groß gefeiert. Beim Treffen der Chöre nach dem Konzert hat Matthias Salge bescheiden darauf aufmerksam gemacht. Einige Mitglieder des Projektchors konnten sich noch an seinen Start 2011 erinnern. Natürlich gab es auch vorher Musik auf Hermannswerder. Und in die Fußstapfen seines Vorgängers Dietrich Schönherr passte Matthias Salge richtig gut hinein und setzte damit auch die musische Tradition des früheren kirchlichen Oberseminars fort. Ohne sein großes Engagement wäre das Projekt 2026 nicht denkbar gewesen. Von der Auswahl der Stücke, über die Planung der Proben, die schulinterne Terminabstimmung, das Gewinnen von Begleitern wie Susan Eveson Handy (Korrepetition) und Nico Brazda (Stimmbildung/Choreinstudierung), die Ansprache von Solisten und Orchester, das Drucken von Plakaten und Karten und … und … und bis hin zu einer sehr konzentrierten Führung durch die Proben, bei gleichzeitig strengen und motivierenden Ansprachen und kleinen musiktheoretischen, historischen und literarischen Erläuterungen, lag die Verantwortung bei Matthias Salge. Und er hat angekündigt, dass es weitergeht. Bravo!

(Tobias Funk)

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