Schulpartnerschaft mit Washington Highschool vorbereitet

Schulpartnerschaft mit Washington Highschool vorbereitet

Im Rahmen der Städtepartnerschaft Potsdam mit Sioux Falls (noch zu DDR-Zeiten geschlossen) reiste vom 5. bis 12.9. 2017 eine Delegation der Stadt nach South Dakota (USA). Es ging darum, die Beziehung zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen: So traf sich Professor Oliver Günther, Rektor der Universität Potsdam,  mit der Präsidentin der Augustana University, Herseth Sandin. Oberbürgermeister Jann Jakobs weihte mit seinem amerikanischen Amtskollegen Mike Huether einen neuen Schneepflug ein.

Die Anbahnung einer neuen Schulpartnerschaft stand ebenso auf dem Programm. Und so war es mir möglich,  unterstützt von der Steuben-Schurz-Gesellschaft (http://www.steuben-schurz.org) wie von der Stadt Potsdam, an der Reise teilzunehmen und die Washington Highschool (http://www.sf.k12.sd.us/schools/high-schools/washington) zu besuchen. Principal Dan Conrad empfing mich und führte durch seine Schule, die mit ca. 1850 Schülern und über 100 Lehrern eine normale Highschool-Größe hat. Beeindruckend war neben der Größe und Ausstattung der Schule die Vielfalt im Bildungsangebot und unter den Schülern. Neben Fachräumen für Musik, Deutsch etc. gibt es zwei Auditorien, eines sogar mit Orchestergraben(!), mehrere Turnhallen (hier Gymnasium, kurz: gym, genannt), aber auch eine Auto-Werkstatt und Schulküchen.

Durch das rasche Wachstum der Stadt Sioux Falls in den letzten zehn Jahren hat sich die Zusammensetzung der Schülerschaft stark geändert: Während der  Prozentsatz angloamerikanischer Schüler bis vor kurzem noch bei ca. 87 % lang (white caucasian), liegt er derzeit bei ca. 55 %. Die Herausforderungen einer sich ändernden, vielfältigeren Schülerschaft sind dort also durchaus bekannt – hinzu kommt, dass an den Highschools ohnehin alle Schüler lernen und Förderung in alle Richtungen dort an einer Schule geschieht.

Die Initiative zur Schulpartnerschaft an der Washington Highschool geht von der dortigen Deutschlehrerin Britt Samson aus, die ich ebenfalls besuchte. Außerdem hatte ich Gelegenheit, einigen ihrer Klassen unsere Schule und Potsdam vorzustellen. Das waren interessante Stunden für mich, nicht zuletzt wegen der Fragen, die wir uns gegenseitig stellen konnten. Für amerikanische Schüler interessant ist das Thema Führerschein und Fahren ohne Tempolimit, aber auch die Frage, wie es politisch in Deutschland weitergehen wird. Umgekehrt konnte ich mich nach der Meinung der Schüler zur Digitalisierung erkundigen. Jeder Schüler erhält in der neunten Klasse ein Chromebook von der Schule und muss dies auch benutzen. Weitaus die meisten Schüler würden lieber mit Papier arbeiten … Vor diesem Hintergrund gewinnt für mich auch die Diskussion in Deutschland eine neue Dimension (vgl. Prof. Lankau: https://bildungsklick.de/schule/meldung/technologie-an-schulen-schadet-mehr-als-sie-nuetzt/).

Eine Kooperation zur Washington Highschool ist durch diesen Besuch in greifbare Nähe gerückt, bedarf aber noch der Ausformung. Ich hoffe, dass ein Besuch bereits im kommenden Schuljahr (2018/19) stattfinden kann und unsere Schüler die großartige amerikanische Gastfreundschaft selbst genießen und erwidern können.

Text: Leif Berling