Der heutige Tag im Gericht, wo wir uns vier unterschiedliche Jugendstraffälle angeschaut haben, war sehr spannend, aber auch landwierig zugleich. Diese einzelnen, eher alltagsnahen Fälle, detailliert kennenzulernen, war schon interessant. Aber die ganzen zugehörigen juristischen Formalitäten waren eher anspruchsvoll und nach längerer Konzentration war es auch mal schwierig, aufmerksam zu bleiben. Auffällig war, dass alle Angeklagten wenig Ersichtliches als Verteidigung vorbringen konnten und sehr verschlossen waren. Trotzdem war die Strafe jedes Mal eher mild und der Aspekt der Auf-den-Weg-Bringung überwog. Der Richter und die Staatsanwältin agierten sehr fair und mit einer ungeheuren Präsenz und Detailreiche. Dabei fiel uns auf, dass Entscheidungen nicht leichtfertig getroffen werden und man versucht, der Wahrheit auf die Spur zu kommen und gleichzeitig den Rechtsstaat zu bewahren. Ausschnitte in sozialen Medien wie Instagram geben oft nicht die ganze Ausführlichkeit von Verhandlungen wieder – man darf sich davon echt nicht blenden lassen. Es war interessant, einen Gerichtsprozess mal von Nahem zu sehen, wobei der Fall wie in unserem Drama „Terror“ von Ferdinand von Schirach bestimmt viel komplexer wäre als eine Verhandlung zu Geldwäsche oder Fahren ohne Fahrerlaubnis.
Bei einem anschließenden Eis haben wir die Exkursion noch ausklingen lassen.
Die 10b